(AF)FRONT AUSGABE 5
*Pogrom gegen Hopps Perversion
Frech grinst dieser konstruierte Verfallsindikator von dem Olymp des deutschen Fußballs entgegen. Hoffenheim ist der Primus der Liga. Befürchtet hatte der zum Pessimismus neigende Beobachter des Geschehens diesen Zustand schon längst, jetzt lernt er in fürchten. Der Zerfall des Sports vollzieht sich in Lichtgeschwindigkeit. Die Grundsätze die ihn prägten und beliebt machten werden Wochenende für Wochenende von den Sinsheimer Söldnern mit Füßen getreten.
Aber die wahren Spielverderber, darüber existiert ein allgemein großer Konsens in der Welt der 4.Gewalt, sind die wenigen die nicht still ertragen möchten wie ihre Leidenschaft implodiert. Gefragt ist der Fan 2.0, dessen Interesse einzig und allein beim Spiel an sich liegt. Für ihn dienen Vereinsfarben nur der Unterscheidung vom aktuellen Gegenüber. Sie sind, genau wie der Stadionstandort, vermarktungsvariabel. Der Mezän , den in der Ära 2.0 des Fußballs jeder Verein besitzt (oder anders und richtiger gesagt besitzt der Mezän den Verein), wird zu dem was früher nur Trainer und Spielern vorbehalten war. Er wird zur einem Idol. Nicht weil er etwas besonders gut kann, sondern zunächst nur für die Ausmaße seines Portmonees.Die Frage nach der Existenz dieses marktkonformen Fans erübrigt sich bei einem Blick auf die Unternehmensstrategie der TSG Hoffenheim. Selbst hier erkannte man unlängst welche Hürden sich dieser Vergewaltigung des Sports entgegen stemmen. Deshalb startete man den Versuch der Imitation. Weil Fußball nur mit Stimmung funktioniert und Stimmung nur durch Emotion erzeugt werden kann basteln Hopp und Co eifrigst an der, für emotionale Bindung notwendigen, Identität ihres kostspieligen Hobbyvereins. Der Rolle des allseits beliebten Underdogs ist man durch die sportlichen Erfolge der letzten Wochen bereits entwachsen.Wie ist dieser Trend zu stoppen? Besonders unter Berücksichtigung der enormen Kapitalreserven des Herrn Hopp, verbieten sich nahezu sämtliche Lösungsansätze. Aus rein sportlicher Sicht ist dieses Projekt nicht aufzuhalten. So zeigte in jüngerer Vergangenheit ein Traditionsverein aus Dortmund, dass mit ein wenig Kleingeld auch der Erfolg zu einer Bordsteinschwalbe wird. Umso wichtiger wird es sein die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Projekte zu zerschlagen. Wer sind diese Menschen die in dieses Exil-Stadion pilgern um einen Verein zu unterstützen den ein Milliardär, zu seiner persönlichen Belustigung, in seiner heutigen Struktur, erfunden hat? Wie wird man zu einer so kurzsichtigen Marionette eines gelangweilten Bonzen? Sind die vollen Ränge des Karl-Benz Stadions am Ende der Beweis für die Existenz des 2.0 Fans? Nein! – Sie beweisen nur die Existenz der Imitationsstrategie und der Leichtgläubigkeit der Menschen.
*Die Überschrift ist mehr als Provokation und nicht als tatsächlicher Aufruf zur organisierten Hetze zu interpretieren. Insbesondere distanziert sich der Autor von der antisemitischen Vergangenheit des Begriffes Pogrom.