Brief an die Mannschaft
Hallo Mannschaft,
wir wissen nicht, wie es Euch ergeht, aber uns haben die Spiele beim FC Bayern und gestern gegen Hannover 96 sehr nachdenklich gestimmt. Wir wollen auch gar nicht weiter auf diesen Nicht-Leistungen rumreiten, denn wir hoffen sehr, dass Ihr dafür bereits eine gehörige Portion Kritik einstecken musstet. Einen Punkt haben wir aber, den wir loswerden müssen und den Ihr bitte verinnerlicht: So darf sich eine Profi-Mannschaft, und speziell eine von Borussia Dortmund, nicht präsentieren! Nie wieder! In den letzten Wochen stimmte es spielerisch oft nicht, aber die Einstellung und der Einsatz passten doch irgendwie. Und wie Ihr hoffentlich gemerkt habt, gab es dafür immer anerkennenden Applaus und keine Pfiffe. Doch auch unsere Geduld ist irgendwann verbraucht. Diese Tugenden waren aber in München und gestern gegen Hannover nicht einmal ansatzweise erkennbar. War München noch eine Hinrichtung erster Güte, können wir das Spiel von gestern nur in die Kategorie „Peinlich“ einstufen. Einige Scherzkekse behaupten ja, dass es sich bei den letzten beiden Spielen um eine spezielle Taktik hinsichtlich des anstehenden Pokalfinales handelte. Darüber lachen konnten wir allerdings herzlich wenig.
Wie alle Borussen fiebern wir dem kommenden Samstag entgegen und hoffen nach sechsjähriger Titeldurststrecke wieder auf einen Glanzpunkt unserer großen Borussia. Wir möchten Euch gerne verdeutlichen, was das ganze für uns bedeutet, denn für uns ist der Pokal etwas ganz besonderes. Jeder erinnert sich noch heute gerne an 1989, der Triumph von damals war der Startschuss für eine goldene Ära und ein unvergessliches Erlebnis für alle, die das Glück hatten vor Ort gewesen zu sein. Jeder, der nicht dabei war, lauscht mit gespitzten Ohren den Geschichten und bekommt jedes Mal aufs Neue eine Gänsehaut nach der anderen. Das Finale von damals war mit dem Finale in der Champions-League 1997 und dem UEFA-Cup-Finale von 2002 in keinster Weise vergleichbar. Aber durch all die Legenden und Anekdoten, die am 24. Juni 1989 geschrieben wurden, fiebern alle auf die eigenen Geschichten hin, die der 19. April 2008 schreiben wird.
Für uns wäre es eine bittere Enttäuschung, wenn Ihr, die uns und den Verein auf dem Rasen repräsentiert, ähnlich auftreten solltet, wie es Sonntag in München und gestern gegen Hannover geschehen ist. Wir appellieren an Eure Ehre und an Eure Auffassung Eures Berufs – für den Millionen junger Kerle mehr als alles geben würden – dem FC Bayern mehr als nur Paroli zu bieten! Für Euch, für Borussia Dortmund und für die unzähligen Menschen, die Euch in Berlin, in Dortmund und überall auf der Welt die Daumen halten!
Wenn Ihr am Samstag all das bisher Geschriebene beherzigt und verinnerlicht, könnt Ihr im Falle einer Niederlage stolz und mit erhobenen Hauptes den Platz verlassen und in eine applaudierende schwarzgelbe Marathontorkurve laufen, die Euch für einen couragierten Auftritt dankt.
Im Namen aller Borussen
THE UNITY