
Der unbelehrbare Florentino Pérez
Über 90 Millionen für Ronaldo und nochmal über 60 Millionen für Kaka.; Ein wenig erinnert das ganze schon an die Betonbunker, die jetzt bemitleidenswert leer und halbfertig, Spaniens Landschaft säumen. Ein wenig auch an Lehmann, AIG und HRE. Am Ende muss der VfB noch die Bayern retten, weil die sich an Gomez überhoben haben. Aber keine Angst zur Not Rettet alle der Bund, der IWF oder doch die Grünen (mit WUMS natürlich).
Warum dieser Mann nicht Kanzler werden darf!
TEIL 1:
In diesem Jahr hetzt der verantwortungsbewusste Bundesbürger von Wahlkabine zur Urne, als gäbe es Kilometergeld (eine Art Wählerpauschale) vom Staat. Einige Wähler forderten aufgrund geistiger Verwirrung bereits eine Abwrackprämie für den alten Stimmzettel, als sie den neuen entgegenahmen. Es sind furchtbar politische Zeiten, in einer Welt, die sich (bis zur Krise) in ihrem unpolitischen Dahindümpeln, gefiel. Die Europawahl leitete das Demokratiespektakel wie gewohnt unspektakulär (Wahlbeteiligung:x%) ein. Es folgen schätzungsweise 200 Kommunal- und Landtagswahlen (x) und die Bundestagswahl im Herbst macht das Superwahljahr komplett (und ist verantwortlich für das Super).
Bis dahin fließt natürlich noch viel Spreewasser am Kanzleramt vorbei und die noch nicht gewählte neue Bundesregierung muss schon vorab um Mehrheiten im Bundesrat bangen, aber es wird zeit vor einem Mann zu warnen.
Der Sozialismus-Schröder oder Opel-Kanzler, Frank (Walter) Steinmeier darf nicht Deutschlands Staatsoberhaupt werden (ja laut Merkel ist das eben nicht der Köhler).
Es gibt zwar nur eine realistische Koalitionsmöglichkeit, die uns den Opel-Kanzler bescheren würde (Ampelkoalition aus SPD,Grünen und der FDP), die Andrea Ypsilanti Partei neigt allerdings bekanntermaßen auch zur selbstzerstörerischen Bündnissen mit dem PDS-WASG-Komplott das unter dem Namen „Die Linke“ operiert.
Angenommen die Sozialdemokraten brechen mit ihrer Wortbruchtradition und verzichten auf ein Bündnis mit dem kommunistischen Sozigeschwür, bleibt also nur die Ampel.
Ampeln sind in einer Autofahrernation wie Deutschland naturgemäß nicht sehr beliebt und werden zu meist Opfer hässlicher Schimpftiraden und wüster Gestik.
Nun selbst der größte unter den größten Polemikern könnte dies nicht schlechtes Vorzeichen gelten lassen. Nötig ist das allerdings auch mit Bestimmtheit nicht. Den dieses Ampelprojekt birgt auch reichlich rein politische Angriffsfläche.
Konservativen ist es vielleicht schon deshalb ein Dorn im Auge, weil es eben ein Novum wäre. Sicher gab es schon SPD und FDP oder SPD und Grüne, aber das Dreierbündnis wäre neu und in jedem Fall ein Wagnis.
Die größten Schnittmengen finden sich vor allem bei den Grünen und den Liberalen im Gesellschaftspolitnischenbereich. Hier ginge das Bündnis wahrscheinlich enger Hand in Hand als es Schwarz-Gelb möglich wäre (liberale Datenschützer).
Aber damit wären wir schon am Ende der Auflistung über die Gemeinsamkeiten der drei Parteien. Wirtschaftspolitisch wirken die Grünen teils verloren in ihrer Utopia-Ideologie, teils völlig konzeptlos. Die post-schröderische SPD ist nun wieder so weit links, wie damals während den letzten Tagen Helmut Schmidts` Amtszeit. Der Linksruck sorgte damals für die Instabilität und schließlich für die mangelnde Regierungsfähigkeit des sozial-liberalen Bündnisses (mit bekannten Folgen). Auch weil der Linke Flügel (Andrea Nahles und Klaus Wowereit) schon mit den Hufen scharrt wäre die Beziehung zu den freien Demokraten stets problematisch. Ohnehin würden die Liberalen auch bei einem starken Wahlergebnis mit ihrer Politik der freien Märkte zu kurz kommen. Angenommen die Zugeständnisse der SPD gegenüber den Grünen sind wie zu erwarten thematisch im Bereich der Umweltpolitik angesiedelt, so könnte die in diesem Ressort stark vom Lobbyeismus beeinflusste FDP hier auf die Barrikaden gehen, so könnte die Umweltpolitik neben der Wirtschaftspolitik zum Pulverfass werden.
Immer wieder scheiterten Koalitionen, die bisher nur aus 2 Parteien bestanden, an der Ungleichheit der Partner. Im Europawahlkampf titulierte die SPD die gelbe Wählerschicht noch als Finanzhaie, wie soll man sich da eine funktionierende Regierung vorstellen?
Steinmeier und Steinbrück werden von vielen Deutschen als eine Person wahrgenommen, dass spricht nicht unbedingt für die Popularität des SPD-Spitzenkandidaten. Dabei wäre ihm die Rolle als Super-Super-Minister (Finanz- und Außenminister) auch nicht zu zutrauen. Er wirkte in seiner Rolle als Chef des Bundeskanzleramts schon reichlich überfordert (Fragen bitte an Herrn Kurnaz!).
Fortsetzung folgt…
*Schwachgelb.de
Fahnenklau ist bitterböse und gefährdet Leib und Seele.
Die Vogelgrippe bedrohte die gesamte Menschheit und an der Schweinegrippe wird die Zivilisation zu Grunde gehen. Die Wirtschaft schrumpft um über 6% und wird sich nie wieder erholen.
Und wenn wir dann all unsere, von der Pandemie gezeichneten, Körper unter die Trümmerhaufen retten, die von der westlichen Hochkultur übrig blieben, dann ist Fahnenklau wieder okay.
*Reaktion auf den Beitrag „Stumpfsinnige Abzockerei“

60 Sekunden ist eine neue Rubrik, in der sich der Autor kritisch mit verschiedenen Themen auseinandersetzt und sich zur Niederschrift nur 1 Minute Zeit gibt. Deshalb können einzelne Artikel dieser Kategorie unvollständig oder polemischer als beabsichtigt wirken.
Wetten dass…?
Lange galt der BVB als Hallodrie der Liga. Verschliss Trainer wie die Formel Eins Autoreifen.
Nun scheint es damit endgültig vorbei zu sein. Man bindet sich an Jürgen Klopp bis 2012.
Das hat etwas von Wetten dass…?, als Boris Becker ,stolz wie Oskar, seine Hochzeit verkündete. Es ist medienwirksam und zugleich hochgradig abwegig. Zum einen wird Borussia Dortmund sich trotz allem, bei mangelndem Erfolg, in alte Verhaltensmuster zurück flüchten und zum anderen wird Boris Becker mangels Abwechslung das Selbe tun.
Während die Lüsterne Welt der Gottlosen sich an solch unsinnige Vorstellungen klammert, rettet der heilige Vater die Welt mit Dogmatik. Die Dämonisierung der Kondome soll die Welt vor AIDS retten.
Malibber!
Top die Wette gilt!
Stuttgart vs. Dortmund
Spiele in Stuttgart – dazu vermag einem das Gedächtnis nicht unbedingt helfend zur Seite stehen, wenn man eine packende Einleitung für diesen Klassiker schreiben möchte. Es ist vielmehr so als ergäben die zahllosen Stadionbesuche am Neckar ein riesiges nicht enden wollendes Spiel. Vor allem weil das Umfeld, die Athmosphäre, das Neckarstadion sich so spektakulär unspektakulär geben. Da verwächst innerpsychisch ein Besuch in Cannstatt mit dem nächsten, bis alles zu einem tristen Brei verschmolzen ist.
Der vergangene Samstag fügt sich nahezu widerstandslos in diese Regelmäßigkeit.
Wer die größte Diskothek der badenwürttembergischen Landeshauptstadt in der Pragstraße 120 vermutet, dem sei ein Besuch in der Mercedesstraße 87 nahe gelegt.
Das Etablissement besticht durch einen naturgrün gehaltenen Floor, Alkohol reduzierte Getränke und einen weitläufigen VIP-Bereich. Die Türsteher gelten als gemäßigt. Wichtig scheint allerdings ein angemessener Dresscode. In unserem Bereich des Tanzschuppens trug man den feinen schwarzgelben Zwirn, während der überwiegende Rest sich in weißrot hüllte.
Die Auswahl der Musiktitel wirkte etwas altbacken, aber dafür abwechslungsreich. Von Punk bis zu jeder Mänge Volklore dröhnte alles erdenkliche aus der beeindruckenden Anlage.
Der Anpfiff (man hätte ihn fast überhört)! Weit entfernt kann man ein paar Zwerge beim Fußballspielen beobachten. Halb taub vom unfreiwilligen Diskobesuch, aber schockiert von der neugewonnen Stille, wird Liedchen um Liedchen geschmettert. An die Lautstärke der zuvor vernommenen Großraumdiskothek kommen die gut 5000 schwarzgelben Kehlen allerdings nicht heran. Apropos Kehl(en), der fehlte nämlich aufgrund von akuter Gelbsucht. Zurück aus der Intensivstation war hingegen Borussen-Legende Dede. Alex Rekordtorschütze Frei spielte nicht von Beginn an.
Hier die Aufstellung des Gastgebers:
Jens Die Fotze Lehmann; Gomez; Gomez; Gomez; Gomez; Gomez; Gomez; Gomez; Gomez; Gomez; Gomez
Auf das Spielgeschehen können, dürfen und wollen wir nicht näher eingehen.
Können – weil wir vom Rasentanz nur bedingt visuele Kenntnis nehmen konnten, eine Kilometer lange Tartanwüste erschwerte die Sicht. Dürfen – weil wir, bei der gewohnt detaillierten und lebendigen Spielbeschreibung, medienrechtliche Schritte befürchten. Und wollen – weil wir nicht wollen.
Ohnehin viel interessanter als ein öder Spielbericht, sind die Hampelmänner jenseits des grünen Floors. Am Horizont erkennt man eine Horde Halbstarker, die sich in der Unschärfe der Weite, mit ihren dürren Ärmchen an ein gelbes Stück Stoff klammern. Es handelt sich, soviel konnte man erkennen, um ein vermisst geglaubtes Utensil unserer BVB Sympathisanten aus dem Bankgeheimnis-Land. Auf Finderlohn müssen die tapferen Burschen auf der anderen Seite allerdings verzichten. Im Gegenzug hatte man bei den schwarzgelben nämlich eine ganze Reihe von schwäbischen Fundstücken bestaunen können.
Sonst war aber wirklich alles wie immer. Auch die letzten zwei sportlichen Ausrutscher in Stuttgart sind längst vergessen.
Alles ist wie immer!
Die Hillsborough-Katastrophe war ein schweres Zuschauerunglück am 15. April 1989 im Hillsborough-Stadion in Sheffield. Es ereignete sich während des Halbfinalspiels um den FA Cup zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forest und gilt als eine der größten Katastrophen in der Geschichte des Fußballs.
In den für die Anhänger des FC Liverpool vorgesehenen Block ließ man zu viele Besucher ein. Diese Unachtsamkeit der Ordnungskräfte führte letztendlich dazu, dass mehrere hundert Fans gegen den Zaun am Spielfeldrand gedrückt oder einfach niedergetrampelt wurden. Da das Spiel inzwischen schon begonnen hatte und die meisten Zuschauer dem Spielverlauf folgten, wurde die Tragödie zunächst von niemandem, mit Ausnahme der Betroffenen selbst, bemerkt.
Erst nachdem Zuschauer begannen, in Todesangst über den Zaun zu klettern, unterbrach der Schiedsrichter in Absprache mit der Polizei in der sechsten Spielminute die Begegnung. Am Ende gab es 96 Tote und 766 Verletzte zu beklagen. Unter den Toten befand sich auch ein Cousin des heutigen Kapitäns des FC Liverpool, Steven Gerrard.
Quelle:Wikipedia

A Quantum of Hatred
Leicht überstrapaziert kommt der Begriff „Hass“ beinahe beiläufig von den Lippen, huscht durch Raum und Zeit und verliert sich in der Unbedeutsamkeit seiner eigenen Existenz. Im Post-Nationalsozialistischen, Ideologie fremden Zeitalter verkümmert der Ausdruck zunehmend. Weil der schleimige Morast, aus dem der wahre Hass empor wächst, in unserer modernen Gesellschaft, trotz dem Narzissmus, der Egozentrik und der unendlichen Gier, die unser Leben bestimmt, vertrocknet, verschwimmt auch die Intention der Wortverwendung. Der exorbitante Gebrauch lässt die Menschen vergessen um was es eigentlich geht. Liebe ist nicht etwa die Abwesenheit von Hass, sondern vielmehr ist es der Hass die eigentliche Rarität in unserem Leben. Er erstickt förmlich inmitten all der konstruierten Abbilder seiner Selbst, der Apathie unserer Gesellschaft und des Friedens.
Eine einzelne verkommene Gemeinschaft, die bereits in ihren Grundzügen so viel erbärmliches bündelt, beschenkt uns nun einmal mehr mit einer Kontroverse, die zumindest eines mit sich bringt:
tatsächlichen HASS!!!!
Attenzione Kappa!
Hans-Joachim Watzke verschärft seine Methoden im Kampf gegen die Konzernmacht, den Lobbyismus und den Siegeszug des Kapitals. In folgendem Mitschnitt lehnt er sich gegen den übermächtigen Sportartikelgiganten Kappa auf.
Wir sind nicht Werder Bremen!

In mitten der, mittlerweile standardisierten, zyklischen Schellte auf die Winterpause wird es Zeit, eine Lanze für die periodische Unterbrechung, welche sich wie ein Krebsgeschwür zwischen den 17. und 18. Spieltag der Fußballbundesliga frisst, zu brechen! Das Trauerspiel befreit immerhin für einige Wochen von der wöchentlichen Last der Leidenschaft, die uns von den wirklich wichtigen Dingen ablenkt. Der Fußball als Bremsklotz unserer geistigen, politischen und kulturellen Entfaltung? Ja! Kaum auszudenken wie viel besser wir unser Leben Samstagnachmittags bestreiten würden. Die Winterpause ist, um dem ganzen einen weltmännischen Hauch zu verleihen, ein Preview unseres Daseins als bessere Bürger. Endlich ist Zeit sich einmal wieder über die Politik zu ärgern.
Das Konjunkturpaket römisch zwei wäre beispielsweise in der Hektik des Pokal- oder Liga- Alltags völlig an unserem politischen Ich vorbei beschlossen worden. Nein! Wir müssen uns doch kümmern – um unsere Republik und vor allem um deren krankende Wirtschaft. Der ungewohnten Freizeit zum Dank gelang es auch dem gewöhnlichen Mitglied der Fußballsympathisanten, die Entstehung dieses „einzigartigen“ Pakets zu verfolgen.
Das ging ungefähr so:
Bevor man lange Ideen sammelt und sich in diversen Ausschüssen berät, um den Konsens der nötigen und möglichen Maßnahmen zu finden, beschließt man einen Finanziellen Rahmen. 50 Milliarden Euro wurden veranschlagt und als all heilende Zahl der Presse selbst zufrieden vor die Füße geschmissen. Damit hatte man das Projekt KP II (Konjunkturpaket 2) schon kastriert bevor aber auch nur ein einziger inhaltlicher Beschluss gefasst war.
Die Strategie ist schon beeindruckend.
Das Kind fällt in den Brunnen (vermuteter Einbruch des BIP). Man beschließt die Rettung (Erkennung der Notwendigkeit fiskalpolitischer Maßnahmen). Die Verwendung eines 10 Meter langen Seils wird beschlossen,ohne das man den Brunnen vermessen hätte (Kastration des KP II). Was passiert also wenn der Brunnen tiefer, also die Menge des Geldes um die Rezession abzumildern zu gering, ist? Und welcher wirtschaftspolitische Methodik findet überhaupt Verwendung im Paket? Das bedeutet für die Metaphorik: Wie zieht man das Kind aus dem Brunnen? Pure Muskelkraft oder per Seilzug? Die Nachfrage, also die Kaufkraft der Privaten Haushalte und die Investitionsbereitschaft der Unternehmen erhöhen? Oder soll der Bund lieber selbst in Bildung und Straßenbau Investieren?
Diese Fragen können nur spärlich ausdrücken welche Fülle an Ideen im Folgenden entwickelt wurden. Was herauskam war was immer herauskommt, wenn die Große Koalition am Werk ist. Ein Sammelsurium an mehr oder weniger ausgereiften Ideen. Es gibt, nicht ganz ohne wahltechnisches Kalkül, etwas für jeden.Autos hat der Deutsche gern, deshalb kriegt er künftig 2500 € wenn er seinen alten Hobel stilllegt und sich einen Neu- oder Jahreswagen kauft. Kinder kriegt der Deutsche zwar nicht mehr so gerne, aber die mag er auch, deshalb gibt’s 100 € Kinderprämie.
Daneben findet man noch diverse geringfügige Abgabensenkungen, die den Steuerzahler entlassten sollen. Das Konjunkturpaket sei eine Curry Wurst mit Mayo – ohne Pommes, stichelte Opposition Führer Westerwelle. Dessen Partei, die FDP, ging bei den Landtagswahlen in Hessen mit 16,2% als der große Sieger hervor und bildet nun allem Anschein nach, wie schon zuvor beschlossen, gemeinsam mit Kochs CDU die künftige Regierung in Wiesbaden. Dadurch verliert die Große Koalition ihre Mehrheit im Bundesrat und somit ihre Entscheidungsfreiheit über das KP.
Die Liberalen lehnen zwar eine mögliche Blockade über den Exekutivföderalismus ab, mit ihren Absichten das Konjunkturpaket in einigen Punkten zu verändern, trieben sie SPD und CDU jetzt zu anderen Maßnahmen. Der kastrierte Rettungsplan unserer Wirtschaft soll zerhackt und in zustimmungspflichtige und zustimmungsfrei Teile gegliedert werden.
Wirklich schön! Sonst wäre uns ja auch ein einzigartiger Unsinn wie die Abwrackprämie erspart geblieben. Die soll nämlich zu den Teilen des Gesetzes gehören für die es keiner Zustimmung des Bundesrates bedarf.Und die Moral von der Geschicht: Den Föderalismus braucht man oder nicht!!!
Bitte etwas mehr Ablenkung!!!
*Pogrom gegen Hopps Perversion
Frech grinst dieser konstruierte Verfallsindikator von dem Olymp des deutschen Fußballs entgegen. Hoffenheim ist der Primus der Liga. Befürchtet hatte der zum Pessimismus neigende Beobachter des Geschehens diesen Zustand schon längst, jetzt lernt er in fürchten. Der Zerfall des Sports vollzieht sich in Lichtgeschwindigkeit. Die Grundsätze die ihn prägten und beliebt machten werden Wochenende für Wochenende von den Sinsheimer Söldnern mit Füßen getreten.
Aber die wahren Spielverderber, darüber existiert ein allgemein großer Konsens in der Welt der 4.Gewalt, sind die wenigen die nicht still ertragen möchten wie ihre Leidenschaft implodiert. Gefragt ist der Fan 2.0, dessen Interesse einzig und allein beim Spiel an sich liegt. Für ihn dienen Vereinsfarben nur der Unterscheidung vom aktuellen Gegenüber. Sie sind, genau wie der Stadionstandort, vermarktungsvariabel. Der Mezän , den in der Ära 2.0 des Fußballs jeder Verein besitzt (oder anders und richtiger gesagt besitzt der Mezän den Verein), wird zu dem was früher nur Trainer und Spielern vorbehalten war. Er wird zur einem Idol. Nicht weil er etwas besonders gut kann, sondern zunächst nur für die Ausmaße seines Portmonees.Die Frage nach der Existenz dieses marktkonformen Fans erübrigt sich bei einem Blick auf die Unternehmensstrategie der TSG Hoffenheim. Selbst hier erkannte man unlängst welche Hürden sich dieser Vergewaltigung des Sports entgegen stemmen. Deshalb startete man den Versuch der Imitation. Weil Fußball nur mit Stimmung funktioniert und Stimmung nur durch Emotion erzeugt werden kann basteln Hopp und Co eifrigst an der, für emotionale Bindung notwendigen, Identität ihres kostspieligen Hobbyvereins. Der Rolle des allseits beliebten Underdogs ist man durch die sportlichen Erfolge der letzten Wochen bereits entwachsen.Wie ist dieser Trend zu stoppen? Besonders unter Berücksichtigung der enormen Kapitalreserven des Herrn Hopp, verbieten sich nahezu sämtliche Lösungsansätze. Aus rein sportlicher Sicht ist dieses Projekt nicht aufzuhalten. So zeigte in jüngerer Vergangenheit ein Traditionsverein aus Dortmund, dass mit ein wenig Kleingeld auch der Erfolg zu einer Bordsteinschwalbe wird. Umso wichtiger wird es sein die gesellschaftliche Akzeptanz solcher Projekte zu zerschlagen. Wer sind diese Menschen die in dieses Exil-Stadion pilgern um einen Verein zu unterstützen den ein Milliardär, zu seiner persönlichen Belustigung, in seiner heutigen Struktur, erfunden hat? Wie wird man zu einer so kurzsichtigen Marionette eines gelangweilten Bonzen? Sind die vollen Ränge des Karl-Benz Stadions am Ende der Beweis für die Existenz des 2.0 Fans? Nein! – Sie beweisen nur die Existenz der Imitationsstrategie und der Leichtgläubigkeit der Menschen.
*Die Überschrift ist mehr als Provokation und nicht als tatsächlicher Aufruf zur organisierten Hetze zu interpretieren. Insbesondere distanziert sich der Autor von der antisemitischen Vergangenheit des Begriffes Pogrom.
Die Stimmung während der Anreise konnte eine gewisse Verunsicherung nicht leugnen. Zu ungewiss war was uns erwarten würde, zu viel lag im Argen. Wir hatten wie gewohnt darauf verzichtet uns rechtzeitig mit Karten einzudecken. Die Wetterprognosen und die Frase vom „restlos ausverkauften Stadion“ machten aus dem Freitagabend Ausflug eine Rechnung mit zwei Unbekannten.
Das Wildparkstadion am Adenauerring ist in den idyllischen Karlsruher Hardwald gebetet. Verbergen kann der 50iger Jahre Bau seine Historie nicht. Die Zeit hinterließ einige Narben ,im kalten grauen Beton. So puristisch der Wildpark erscheint, auf eine gewisse Art versprüht er Charme. Neben den WM-Arenen erscheint die Fußballwelt an diesem Schmucklosen Ort noch ein wenig ehrlicher und weniger käuflich.
Nach kurzer Stärkung im einzigen Fachgeschäft der Stadt für teutonisch-osmanische Speisen, ergatterte man sich ermäßigungsfreie Karten für je 10 Euro. Ein weiterer Beweis für den inhaltlichen Verlust einzelner Worte durch überproportionale Verwendung. „Restlos“, verkommt zur bedeutungslosen Buchstabenhülse und reiht sich nahtlos neben Hassgipfel, Derby und Hexenkessel in die Reihe des fußballerischen Sprachsondermülls. Die zweite Unbekannte, das Wetter, beeinträchtigte den Fußballabend zwar durch beißende Kälte, wir versanken jedoch nicht, wie angekündigt, im Neuschnee.
Wer sich die Zeit bis zum Spielbeginn mit dem ein oder anderen frisch gezapften badischen Bier versüßen wollte, wurde bitter enttäuscht. Die namhafte Brauerei zierte zwar jeden Zentimeter des Verkaufsstandes, ausgeschenkt wurde aber und das auch mit Verzögerung nur eine alkoholfreie Brühe. So wurden die übrigen Minuten bis zum Anpfiff eine quälend lange Angelegenheit. Den Höhepunkt der Warterei markierte der musikalische Tiefpunkt des Abends. Die Liebeserklärung einer Frau mit Fistelstimme an ihren KSC, untermalt mit Disco-Schlager-Klängen, sorgte für Kopfschütteln im Gästeblock.
Der KSC legte engagierter los und erarbeitete sich als bald auch die ersten Chancen des Spiels. Dortmund kam langsam besser ins Spiel und einer der ersten Vernünftigen Angriffe landete prompt in den Zusammenfassungen der TV-Anstalten. Hajnal legte den Ball, für den sonst glücklosen, aber in dieser Szene starken Zidan, in die Mitte. Der Ägypter beweist sein Geschick und spitzelt den Ball ins Netz (20min). Celozzis Antwort folgte nur Sekunden nach dem Wiederanpfiff. Sein Solo mit abschließendem Gewaltschuss konnte unserem Schlussmann heute allerdings nicht gefährlich werden. Hajnal hätte noch in Hälfte Eins gegen seinen Ex-Klub auf O:2 erhöhen können, scheiterte allerdings am KSC-Torhüter Miller.
Der zweite Durchgang begann wieder mit einem starken Karlsruher Sportclub, der jedoch immer wieder in Roman Weidenfeller seinen Meister fand. 10 Minuten nach dem Wechsel entwischte Kuba der blauen Hintermannschaft, versäumte es jedoch im richtigen Moment Abzuziehen. 03+01 Minute später verpatzte Zidan die Zwei-Tore-Führung, weil er sich für einen Querpass entschied, anstatt es selbst zu versuchen. Eine solide Abwehrleistung und ein starker Weidenfeller reichten um die Führung über die Zeit zu bringen.
Der Oben-Ohne-Block E1 entpuppte sich, wie bereits in der Vorsaison, als Wundertüte mit Handicap. Schon der Temperaturen wegen war viel Bewegung in der Kurve. Vorweihnachtliches Liedgut aller Jingle Bells aber vorallem der neue Dauerbrenner zur Melodie von „Im Wagen vor mir…“ waren die Kronzeugen, einer insgesamt starken Stimmungsleistung. Nicht anders zu Erwarten, aber dennoch ärgerlich war die doppelte Leibesvisitation auf ein Neues. Es gibt nicht ein schlüssiges Argument dafür wieso man innerhalb einer Minute oder etwa 20 Metern diese Tortur gleich zweimal erdulden muss. Oder werden an den Büdchen rund um die marode Arena, zwar kein Bier, aber dafür Handfeuerwaffen verkauft? Als ich recht ermattet zu Bett ging, spreizte ich meine Arme jedenfalls reflexartig und wunderte mich über die fehlende Kontrolle.
Hier ein paar visuelle Eindrücke aus dem beschaulichen Karlsruhe:



Cologne Cologne verschollen am Dom!
Das Gelände wirkt noch etwas verlassen. Verkäufer befreien gemächlich ihre Würstchenbuden von ihrem Dornröschenschlaf. Noch deutet, abgesehen von dem bereits in Reihe und Glied gebrachtem Grillgut, nichts auf den baldigen Besucheransturm hin.
Es ist noch Zeit, viel Zeit bis zum Spiel.
Der lang geplante Dombesuch entfiel nach gegenseitigem Einvernehmen aufgrund akuter Lustlosigkeit. Schließlich waren kaum 30 Minuten vergangen, seit wir hetzender Weiße, zunächst halb Köln auf der Suche nach öffentlichen Toilette und später die andere Hälfte der Stadt auf der Suche nach dem Stadion durchforstet hatten. Dabei überquerten wir unzählige Male den Rhein und fuhren um den Dom bis uns schlecht wurde. Jener Odyssee ging noch ein kurzes Intermezzo in einer gewaltigen Blechlawine, nahe unserer ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn, voraus. Man beschloss, um etwas Zeit zu überbrücken und den Magen zu beschäftigen, einen Aufenthalt in einem nahe gelegenen amerikanischen Restaurant.
So flogen die Stunden ins Land. Zwei etwas zwielichtige Gestalten, deren Bomberjacken wohl über eventuelle Trainingsrückstände hinwegtäuschen sollten, boten uns erstaunlich preiswerte Karten an. Ein passendes Hotel war ebenfalls im Handumdrehen gefunden. Das Etablissement bestach durch seine Zentrale Lage und sein freundliches Personal. Die Rezeptionistin bewies ihre kommunikativen Fähigkeiten bereits beim ersten Kontakt. Leider störten wir sie wohl bei einem wichtigen Kundengespräch, weshalb sich die Angelegenheit etwas verzögerte.
Gegen 18 Uhr brach man wieder auf und bereits 20 Minuten später und 4,50 € ärmer stand man, mit lecker alkoholfreiem Kölsch im Magen, in mitten des noch spärlich gefüllten Gästeblocks. Man wurde, wie es der moderne Fußballfan gerne hat, auf höchstem Niveau unterhalten.
Neben einer Vielzahl Verbrauchertipps gab es auch eine Lesbe im Strampelanzug und jede menge anderen Nippes zu bestaunen. Etwas verhaltener als sonst begrüßte man Torwart Weidenfeller und wunderte sich wie viele Menschen auf einem Quadratmeter stehen können.
Die Sache mit dem Atmen wird ohnehin etwas überschätzt. Sorgen machte man sich dann eher um den Turbo-Polen Kuba, der beim Aufwärmen noch auf seine Maske verzichtet hatte. Zu klar waren noch die Erinnerungen an das Blutbad vom letzten Wochenende. Es galt solche Szenen, wie aus Terentino Filmen bekannt, zu vermeiden.
Anpfiff! Kuba mit Maske ! Dortmund in Schwarz und Gelb! Die Welt war in Ordnung.
Die 5.500 (vielleicht 6.000) Anhänger die ihrer Borussia gefolgt waren sahen ein rassiges Spiel ihrer Mannschaft mit Chancen im Minutentakt. So war man zufrieden und machte mächtig Zinnober im Gästeblock. Besonders wenn die beiden Oberränge mit zogen wurde es richtig laut. Vom FC sah man wenig und seine Fans hielten sich ebenfalls vornehm zurück. Es spielte Borussia. Der Dortmunder Dauerangriff wurde erst in Hälfte zwei ,durch Florian Kringe, entlohnt. Nun brannte die Luft im hoffnungslos überfüllten Gästeblock. Vielleicht war es das Kölsch, vielleicht die starke Leistung der Mannschaft, vielleicht das Flutlicht oder all das zusammen was die Stimmung so beflügelte.Das Paket aus Mannschaft und Fans wusste jedenfalls zu gefallen.
Einige Wirrköpfe forderten in bester EM-WM-Haste-Nich-Gesehn-Manier ,nach dem man die Mannschaft brav verabschiedet hatte, die Spieler noch zum „HIIIIINSEEETZZZEEENN“ auf. Wo wir beim leidigen Humba-Thema wären; mal davon abgesehen dass diese Art der Huldigung ohnehin jeden Reiz verloren hat, wir spielten gegen einen Aufsteiger und gewannen mit einem Tor unterschied. Fordert man demnächst nach einem 2:0 Testspielsieg gegen Wanne-Eickel die Spieler auch schon zum Tanz? Nur weil wir Klopp auf der Bank haben brauchen wir keine Mainzer Verhältnisse.
Dennoch ging man einigermaßen glücklich und erschöpft zu Bett. Die Rückfahrt verlief im Vergleich zur Anreiße reibungslos.
Was bleibt ist die, Vorfreude schnürende, Erinnerung und eine mikrokosmische Finanzkrise auf dem eigenen Konto.
Mehr Kapitalismus wagen!
Nach jener scheinbar antiquierter und ferner kaum noch gesellschaftsfähigen Floskel, die eigentlich ,wenn vielleicht auch nicht inhaltlich gänzlich falsch, besser temporär at akta gelegt werden sollte, titulierte Friedrich Merz sein neustes Buch. Dem einigermaßen unglücklichen Namen des Werkes wohnt noch der Auswuchs, „wege zur einer gerechteren Gesellschaft“ bei. Nach unbestätigten Gerüchten plant der ehemalige Wirtschafts- und Finanzexperte der Union, noch weiter Veröffentlichungen. AZDO liegt exklusiv eine Liste der noch unfertigen Werke vor.
Zertifikate – ein sicheres Geschäft
Ausgeglichener Haushalt 2008 – Kein Problem!
Die Lehmann Brothers – Eine amerikanische Erfolgsgeschichte
Während die drei letzten Titel auf die Kappe des amüsierten Autors gehen, meint es Herr Merz, mit seiner Bibel für die Freiheit der Märkte, tatsächlich ernst. Die Problematik, um den Bezug auf das Thema dieses Blogs herzustellen, ist allerdings, dass der gelernte Jurist seit 4 Jahren Mitglied im Wirtschaftsrat unserer geliebten Borussia aus Dortmund sitzt. Deshalb von Borusse zu Borusse:
Lieber Herr Merz, die Bierdeckelsteuer war wirklich eine sensationelle Idee und generell gibt es auch nichts gegen eine gesunde Deregulierung der Märkte einzuwenden, aber der Zeitpunkt der Veröffentlichung erscheint doch etwas fragwürdig. Vielleicht ist in sechs oder sieben Monaten ja wieder alles in Margarine (Substitutionsgut für Butter) und die Menschen sehnen sich nach Wirtschaftsliberalismus. Im Moment sieht es doch eher so aus als würde ihr Buch, schon wegen des Titels, ein Ladenhüter. Denn gerade ist es nun mal schick die Politik und ihren Siegeszug über die Finanzwelt zu feiern und zu würdigen. Man spricht von scharfen Kontrollen und riesigen Rettungspaketen. Man rettet Banken um die Welt zu retten und überlässt sie nicht sich selbst.
Wieso also so idealistisch? Wieso nicht in das selbe Horn der Schizophrenie blasen wie ihre Parteikollegen? Oder haben Sie ihr Schiffchen schon der Art im Trockenen, dass sich ihr Buch gar nicht mehr verkaufen muss? Es ist bestimmt möglich das Werk noch vom Markt zu nehmen und etwas passenderes zu schreiben. Vielleicht blüht Ihnen dann noch eine postpolitische Karriere als Lebensberater und sie konkurrieren mit Dieter Bohlen. Besonders beliebt sind auch Bücher über Körperhygiene, hier scheinen die Zeiten, für Liberalisierung, besser zu sein. So darf man jetzt, wenn man möchte, dank „Feuchtgebiete“, frei von allen gesellschaftlichen Zwängen stinken. Das ist Liberalismus der sich verkauft.
Hopp! Hopp! Feuer frei!
Rote Tücher hat mit Bestimmtheit ein jeder Mensch. Feuerrot wird das Stück Stoff meistens, wenn eine Sache für die man sich einsetzt durch fehlinterpretiertes Halbwissen verunglimpft wird. So geschehen vergangenen Samstag, im Programm des PayTV Senders Premiere im Rahmen der Bundesliga Übertragung. Der für seinen Professionalismus bekannten, ehemals Gladbacher Stefan Effenberg scheute einmal mehr nicht sein Wissen rund um den Sport zu verbreiten. Dabei stocherte der Experte auch in den tiefen der Fankultur. Da es sich, wie bei vielen seiner Gattung üblich, hierbei offensichtlich um eine spontane Zurwortmeldung des so genannten Fußballerhirns handelte, welches solch wirre Inhalte häufiger in den Raum wirft, ist der Fauxpas biologisch legitimiert. Klargestellt sollte dennoch werden: Der Kampf gegen die Kommerzialisierung des Fußballs existiert fern ab von jeder Neiddiskusion! Es ist ein verbitterter Krieg, der bei nahe täglich neue Fronten zählt. Mit der TSG Hoffenheim zog der erste Privatklub, gefeiert von der Medienlandschaft, in die Bundesliga ein.
Der rasante Aufstieg des Dorfvereins ist ein unvermeidbares Resultat aus den Millionenspritzen des Software Milliardärs Dietmar Hopp. Aufsteiger Hoffenheim, von der Presse zum Außenseiter erkoren, stehen wesentlich größere Finanzmittel zu Verfügung, als großen Teilen der Liga. Die aktuelle Platzierung wird dennoch als Achtungserfolg verkauft. Der Erstliga Debütant aus Sinsheim will oben mitmischen. Dieser Anspruch wird zwar nicht ausformuliert, ein Blick auf den Kader und die zukünftige Wirkungsstätte der TSG, lässt alles andere allerdings gar nicht zu. Man hat sich daran gewöhnt das die Vereine handeln und geführt werden wie Wirtschaftsunternehmen. Aber die Chelseas dieser Welt will und darf man nicht stillschweigend akzeptieren. Weil es gerade in Milliardärskreisen als schick gilt neben der Yacht, dem fulminanten Fuhrpark und dem exzessiv lebenden Töchterchen auch noch einen Fußballverein zu besitzen, sprießen diese Söldnertruppen wie giftige Pilze aus dem morastigen Boden des Weltfußballs. Interessant wird das ganze vor allem dann wenn der erste Gönner das Zeitliche gesegnet oder schlicht die Lust an seinem Hobby verloren hat . Kommt der Fußballklub dann auf den Yachtfriedhof oder übernimmt der missratene Nachwuchs das Ruder. Im Fall Hoffenheim würden wohl beide alternativen nicht gerade für besonders große Entrüstung sorgen. Es wäre schon vergessen ehe es so richtig verschwunden ist.
Die frage ist doch; was macht einen Verein aus? Die Spieler kommen und gehen, wie Waren im Versandhandel. Manch einer wechselt Trainerstab und Vorstände wie die Unterwäsche. Stadien heißen jetzt nach Versicherungen und Banken, Automobilkonzernen und Energieriesen. Der einzige Fixpunkt ist das Vergangene und das immer wieder Praktizierte, die persönlichen Erinnerungen -die Tradition. Wer das verinnerlicht kann sich doch nicht gesunden Gewissens in Mannheim in die Kurve stellen wenn dort nicht Waldhof spielt sondern ein Sinsheimer Stadtteil. Diese „Anfeindungen“die der ehrenwerte Herr Hopp ertragen muss, wenn er seinem Hobby nachgeht sind also vielleicht gar nicht so unbegründet. Sein Verein bricht nämlich mit ungefähr jeder Definition von Tradition. Ratsam wäre es wenn er den Protest akzeptieren würde. Statt dessen rennt der empörte Milliardär in die Schützenden Arme der Justiz. Ein zwischen zwei Stöcke gespanntes, bemaltes Tuch brachte den Geschäftsmann aus der Fassung. Darauf zu erkennen ist sein Gesicht, gerahmt in ein Fadenkreuz; anbei der Satz „hasta la vista Hopp“.
Sicherlich nicht furchtbar originell oder gar Stilvoll, aber eben völlig im Rahmen der Fußballsozologie. Angesichts dessen was diverse ehemalige Spieler ,Vorstände oder Schiedsrichter erdulden mussten ist Hopps Klage klarer Indikator für sein fehlendes Verständnis gegenüber der Fankultur und ihrer Bedenken. Verstummen wird der Protest deshalb nicht. Besonders weil der Fall TSG, wenn die 50+1 Regel fällt, Vorbild für diverse mehr oder weniger fußballbegeisterte Milliardäre mit Statussymboldefizit sein könnte. Hoffenheim ist also der verhasste Vorbote eines brutal dekadenten Trends. Vielleicht schrecken die Proteste Nachahmer ab und sie kaufen sich einen von den zwei englischen Klubs, die noch ohne reichen Russen oder Scheich auskommen. Vielleicht besiegt die Tradition diesen Trend zwar nicht, aber sie kann sie mit Hilfe ihres mächtigsten Werkzeugs, den Fans die sie leben und lieben, in die Flucht schlagen.
151804800 Sekunden Vorfreude
Nach fast fünf Jahren, genauer 251 quälenden Wochen, kehrt die schwarzgelbe Borussia zurück auf Europas Festbühne des Fußballs. 251 Wochen; das sind 1757 Tage, was wiederum 42168 Stunden entspricht. In diesen 2530080 Minuten wartete der gebeutelte Fan auf die Rückkehr.
Ein solches Zurückkehren, so lehrte uns Literatur und Hollywood, kann glorreich bestritten werden.
Es kann, wie die Realität es immer wieder zeigt, aber auch zu einem Debakel werden. Ungern denkt man deshalb in diesen Tagen an Axel Schulz und sein verformtes Haupt nach dessen Rückkehr in den Ring. Lieber kreisen die Gedanken um einen siegreichen Rocky Balboa. Ein Heimsieg muss jedenfalls her und wenn möglich ohne dabei so alt und behäbig wie Stillone zu wirken. Andernfalls droht dem Ballspielverein die nächste quälend lange Zeit der Abstinenz. Nach so vielen Jahren, wäre es geradezu frustrierend, wenn aus der geplanten Europatour nur ein kurzes Intermezzo ins beschauliche Friaul, genauer in die Provinz Udine, werden würde. Die Hürde ,welche sich zwischen unseren BVB und die Gruppenphase stellt ,ist alles andere als eine lockere Aufwärmübung. Vielmehr zahlt man dabei noch einmal den Tribut für die letzten Brotlosen Jahre. Sie machten aus den Champions von 1997 ein nicht gesetztes Team im Uefapokal.
Trotz der beschriebenen Brisanz der Partie, es gibt keinen Grund Gefühle die Unbehagen zum Ausdruck bringen aufkeimen zu lassen.
Nehmen wir an die Anzeigetafel gibt wie immer Auskunft über die Spielminute und den Aktuellen Spielstand und wir finden folgende Zahlenreihe dort vor:
60min 0:3
Dem geübten Beobachter fällt die scheinbare Aussichtslosigkeit dieses Fiktiven Szenarios auf.
Aber irgendetwas tief in ihm, irgendetwas verwurzeltes, eine Art Macht verleiht ihm ein Gefühl von Sicherheit.
Nebenbei sollte noch erwähnt werden das die Italiener einen Satz Blaue Auswärtstrikots im Gepäck haben werden.
Obgleich es scheinbar aus dem Kontext gerissen wirkt, drängt sich nun ein abschließendes Zitat von Dr. Manfred Hinrich auf. Der Philosoph sagte einst :Wer wird sich denn gleich ärgern, wenn er sich falsch gefreut hat.
Derby-Wahnsinn: BVB nach 0:3 noch 3:3 gegen Schalke ,Münstersche Zeitung
Dortmund – Schalke 3:3 Tore, Tritte und Tomaten-Schiri ,Bild.de
Schon wieder Minuten zu früh gefreut ,diekirsche.de
REVIER-DERBY Des Schalkers Leid ist des Dortmunders Freud ,manager-magazine.de
BVB –S04: Dramatik pur beim „besten Derby aller Zeiten“ ,RevierSport
Alles wird einmal vorübergehen
Gerade als ich diesen Satz schreibe schleppt sich ein älterer Herr an der Schaufensterfront vorbei. Sein Gang besitzt nichts mehr von jugendlicher Grazie, vielmehr wirkt die Darbietung wie ein erbitterter Kampf gegen die Schwerkraft. Ein Krieg mit veralteten Waffen gegen eine allgegenwärtige Übermacht. Ich denke an den Kaukasus und bemerke wie sich meine kritische Mimik in ein breites Grinsen wandelt. Tod, Vergänglichkeit und Krieg dominieren meine Gedanken und ich grinse hier fröhlich vor mich hin. Ich befehle mir dieses Grinsen zu unterlassen und konzentriere mich wieder auf das Ausgangsthema. Der Alte zerrte seinen trägen Körper längst aus meinem Blickfeld. Ich betrachte das dekorative Blumengesteck. Es steht am äußersten Rand meines Tisches. Als könne ich meinen müden Augen dadurch einen Vorteil verschaffen, presse ich sie etwas zusammen. An einer der unteren Blüten mache ich scheinbare Spuren von Verwelgung aus. Wieder dieses Grinsen. Jetzt habe ich meinen einleitenden Vergleich und eine Niederschrift über das Prinzip der Vergänglichkeit wirkt am Beispiel einer Pflanze auch weniger makaber. Ich freue mich für den Alten.
Hinter mir liegen nun mehr sechseinhalb Wochen von denen zumindest viereinhalb meinen Erwartungen entsprachen. Eine schöne Zeit. Das wirklich schöne daran ist eigentlich die Gewissheit nach einer Woche noch fünf weitere zu erleben. Aber die Tage fliegen ins Land und am letzten dieser Tage ertappt man sich, dann sinnierend in einem Sumpf aus Selbstmitleid. Mein Blick fällt wieder ans Ende des Tisches. Ich beneide das welke Gestrüpp um seine Primitivität, weil ich mir nicht vorstellen kann das es sich seines Baldigen Ablebens bewusst sein kann. Uns Menschen ist das im Übrigen auch nicht ständig im Sinn. Weil uns der Gedanke an die Vergänglichkeit des Seins mit Unbehagen erfüllt. Dabei begegnet uns die eigentliche Methodik dieses Prozesses ständig.
So quittiert in diesem Moment meine USB-Maus ihren Dienst, nicht weil sie alt oder krank wäre, nein das geschieht nur weil sie aus einem fernen Land Namens China stammt. Dort wurde sie von Menschen zusammengebaut, die so wenig verdienen das mein bescheidener Kontostand ihnen 5 Jahre ihres Lebens finanzieren könnte. Mit einem Kunstwurf landet der Panikkauf in einem Sammelbehälter für Ausgedientes. Jedes einzelne Stück könnte als Korpus Delikti für die Existenz meiner Theorie herangezogen werden. Genau wie asiatische Multimedia Artikel ergeht es nahezu allem was einem im Leben begegnet. So verhält es sich also auch mit Statistiken. Da wundert es niemanden mehr das auch die vier Pflichtspiele ohne Niederlage diesem Wandel unterliegen werden. Wieso sollte dieser um den geliebten Verein einen Bogen machen, wenn er sich doch ohnehin und gerade jetzt alles nimmt was einem ans Herz gewachsen ist. Dabei reicht die Spanne von der schon jetzt schmerzlich vermissten Freizeit, über den Alten den ich zwar nicht kannte, der mir aber als männliche Muse diente, bis hin zu dem Gesteck, welches noch immer in der Ecke des Tisches kauert. Gerade als ich die Derbyniederlage aufgrund dieser hart untermauerten These schon für unabdingbar halte, entdeckte ich plötzlich eine verräterische Naht am Stiel des Gewächses.
Es handelt sich augenscheinlich um eine Plastikblume. Ein Imitat der Wirklichkeit, ein starres der Vergänglichkeit trotzendes Abbild des Lebens. Ich hege den Wunsch unseren gesamten Kader in Blastick zu gießen und so dem Unumgänglichen zu entfliehen. Ich grinse.








